Garten Élin

Genre: Fantasy
Umfang: ca. 1000 Normseiten, 1–2 Folgebände möglich
Status: macht derzeit die Tour durch die Verlage ...

Mit diesem Wälzer habe ich das Buch geschrieben, das ich schreiben musste. Geschichten, in die ich hineingewachsen bin, und aus denen ich mich nur befreien konnte, indem ich mich herausschrieb. Klingt pathetisch? Ist es auch! Der Stoff, die Figuren, die Phantasiewelt stammen noch aus meiner Schulzeit. Lektüre, die mich in dieser Zeit begeistert hat – Tolkien, Michael Ende, Jane Smiley’s „Greenlanders“, aber auch E.T.A. Hoffmann und seine Romantikerkolleg*innen – hat ebenso ihren Einfluss darauf gehabt wie zwei Aufenthalte in einer „Summerschool for Irish Language and Culture“ zum Kennenlernen der gälischen Sprache und des traditionellen Seán-nós-Gesangs. Nicht zu vergessen die Schauspielerei, hatte ich doch das große Vergnügen, in einem Laienschauspielverein unter anderem als Schiller‘sche Turandot, Shakespeare‘sche Hero und Pascuala in Lope de Vegas Fuente Ovejuna auf der Bühne zu stehen! Als Jahre später ein Romanprojekt aus all dem wurde, war die Herausforderung, einen Wildwuchs an Naturbeschreibungen, dramatischen Auftritten von Personen mit komplizierten Namen sowie verschachtelten Geschichten aus verschiedenen Zeiten und Teilen einer um mehrere Zentren entstandenen Welt in ein schlüssiges Konzept zu integrieren. Herausgekommen ist ein Stück romantischer Landschaftsarchitektur, von dem ich sehr hoffe, dass sich bald noch ein paar Menschen mehr als nur ich selbst darin werden ergehen können!

Die Handlung

Helenya ist wenig begeistert. Seit ihrer Kindheit ist sie an ein Wanderleben mit ihrem Vater gewöhnt, den sie auf seinen Geschäftsreisen begleitet. Nun, nach seinem gewaltsamen Tod, soll sie bei Verwandten auf dem Familiensitz in Kára, einer Inselprovinz im äußersten Norden des eotharischen Reiches, ein neues Leben beginnen. Auch die politische Lage ist bedrückend. Helenyas Landsleute, die Eotharier, leben als eine privilegierte Klasse auf Kosten der unterjochten Länder. Darüber hinaus ist die Stimmung aufgeheizt durch einen Krieg, der neuen territorialen Zuwachs bringen soll. Der junge Leutnant Estegon, der auf ihrer Überfahrt nach Kára beginnt, ihr den Hof zu machen, hat deshalb einen denkbar schweren Stand bei ihr.

Doch Kára ist ein Land der Erzählerinnen und Dichter, und es hat schon so manche eigenwillige Held*innen in seinen Bann geschlagen. Erst ist es nur eine kleine Tür zur Wand, die Helenya in einem ihrer Zimmer in Schloss Elingath entdeckt. Kurz darauf erkundet sie bereits ein immer verzweigteres System von Höhlen und Gängen unter dem Schlossberg, das sie berauscht, zunehmend aber auch alptraumhaft bedrückt und sogar bedroht. Als sie sich von einer atemberaubend schönen Nacht mit Herbstvollmond durch einen dieser Gänge in den Wald locken lässt, ist nichts mehr, wie es war. Díriel Eloigain ní Dilgirgeól, dem sie dort unter abenteuerlichen Umständen begegnet, stammt aus einem Nomadenvolk, das nördlich des Landes Kára auf geheimnisvollen Inseln lebt. Wie Helenya sieht er sich erdrückenden gesellschaftlichen Erwartungen ausgesetzt. Und sie teilen eine gemeinsame Leidenschaft: Das Erzählen …

Garten Élin ist keine Geschichte über die Flucht vor einer bedrückenden Gegenwart oder vor sich selbst in die Phantasie. Es ist viel mehr die Geschichte davon, wie der Versuch solcher Fluchten einen immer wieder direkt in die Wirklichkeit zurück katapultiert. Schlimmstenfalls äußerst schmerzhaft. Erzählen bedeutet in Kára immer auch, das eigene Geschick in die Hand zu nehmen. Dies hat Helenya zu erkennen, die ihren Weg zwischen den Vorstellungen ihrer Familie und ihrem eigenen Herzen finden muss. Dies wird in bitterer Weise von Estegon gefordert, als er sich gegen seinen obersten Dienstherrn stellt und sein Leben eine dramatische Wendung nimmt. Und es gilt nicht zuletzt auch für Díriel, der mit Göttern, mit „Welterzählern“ um seine Geschichte ringt.

Neugierig? Eine Leseprobe gibt es hier.